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Über die Karl-Marx-Allee zum Alexanderplatz
3. Dezember 2018
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Die Karl-Marx-Allee verbindet die Stadtteile Friedrichshain und Mitte. Ihre monumentalen Bauten erinnern an die Architektur osteuropäischer Hauptstädte. Ein Spaziergang auf dem Boulevard führt direkt in die Geschichte des Ostteils des ehemals geteilten Berlins.

Ein Boulevard für Panzer

Die Karl-Marx-Allee ist der einzige Boulevard in ganz Europa, der nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut wurde. Viele Gebäude erinnern an die Zentren der Metropolen Osteuropas, etwa an die berühmten Hochhäuser „Sieben Schwestern“ in Moskau oder die Prachtstraße Chreschtschatyk in Kiew. Die Architektur verbindet den Stil des Sozialistischen Klassizismus, der im Volksmund auch „Zuckerbäckerstil“ genannt wird, mit dem Erbe der preußischen Schinkelschule. Tatsächlich wurde die Karl-Marx-Allee in den 1950er Jahren von der frisch gegründeten DDR errichtet, damals unter dem Namen „Stalinallee“. Ihre breiten Fahrbahnen wurden ausdrücklich für Militärparaden mit Panzern konzipiert.

Arbeiterpaläste und Arbeiterproteste

Wer einen Rundgang unternehmen möchte, kann das Frankfurter Tor zum Ausgangspunkt nehmen. Vom Goldhotel sind es nur wenige Minuten zu Fuß oder mit der Tram 21 bis dorthin. Eigentlich ist das Frankfurter Tor kein Tor, sondern ein Platz mit einer viel befahrenen Kreuzung und zwei charakteristischen Türmen. Unweit von hier steht das 1952 eröffnete Hochhaus an der Weberwiese, das als Vorbild für die Bebauung diente. Mit den großräumigen Wohnungen, oft „Arbeiterpaläste“ genannt, wollte die DDR-Führung zeigen, wie gut das Leben im Sozialismus sein kann. Doch in der Realität waren die Arbeitsbedingungen sehr hart. Am 17. Juni 1953 protestierten die Bauarbeiter dagegen. Die Unruhen begannen am Strausberger Platz auf der Stalinallee. Der Aufstand wurde mit sowjetischen Panzern unterdrückt.

Kino International und Café Moskau

Am Strausberger Platz mit seinem großen Kreisverkehr endet das Ensemble im Zuckerbäckerstil. Das letzte Stück der Allee wurde in den 1960er Jahren mit Plattenbauten bebaut. Dort befinden sich zwei weitere Wahrzeichen: das Kino International und – gleich gegenüber – das legendäre Cafe Moskau. Während das Großraumkino noch in Betrieb ist und häufig für Filmpremieren genutzt wird, gibt es im Cafe Moskau keinen regulären Betrieb mehr. Zu DDR-Zeiten bot es bis zu 600 Gästen Platz und servierte russische Küche. Auf dem Dach zeugte ein Modell des Sputnik-Satelliten in Originalgröße vom zeitgenössischen Stolz auf die sowjetische Raumfahrt. Die war der US-amerikanischen bis in die späten 1960er Jahre  tatsächlich einen Schritt voraus.

Haus des Lehrers und Haus der Statistik

Die Karl-Marx-Allee endet am Alexanderplatz am Haus der Statistik. Dieser riesige Gebäudekomplex steht seit 2008 leer. Seither debattiert die Politik darüber, was damit geschehen soll. Ein anonymer Graffiti-Künstler hat unterdessen vor einigen Jahren in großen roten Lettern die Parole „Stop Wars“ an die heruntergekommene Fassade geschrieben. Auf der gegenüberliegenden Seite der Allee befindet sich das Haus des Lehrers. Das 12-geschossige Gebäude war bei seiner Eröffnung 1964 das erste Hochhaus am „Alex“. Ein Wandgemälde des Künstlers Walter Womacka zeigt Szenen aus dem Leben in der DDR. Es verbindet den Stil des sozialistischen Realismus mit dem der Murales, die in Mexiko öffentliche Gebäude zieren.

Alexanderplatz und Fernsehturm

Wenn man schon einmal am Alexanderplatz ist, sollte man auf keinen Fall vergessen, die berühmte Weltzeituhr zu besuchen. Ein rotierendes Band zeigt gleichzeitig die aktuelle Zeit in allen Zeitzonen an. Angetrieben wird es bis heute vom umgebauten Zwei-Takt-Getriebe eines Trabant, das in einem Raum unterhalb der Uhr verbaut wurde. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Fernsehturm. Auf dessen Aussichtsetage befindet sich in über 200 Metern Höhe der höchstgelegene Gastronomie-Betrieb der Hauptstadt. Von der rotierenden Aussichtsplattform des Restaurants können Sie bei guter Sicht über ganz Berlin und sogar weit ins Brandenburger Land hinein schauen. Vom Alexanderplatz bringt Sie die U-Bahnlinie U5 zurück zu Ihrem Zimmer im Goldhotel.

Foto: Fotolia © spreephoto